Der Plan war eine kleine Version bis Juni 2025. Beim Abstecken des Umfangs zeigte sich: Sie wäre nur eine bessere Tabelle geworden.
Ich hatte zugehört. Aus den Gesprächen mit Gemeinden und einem Freizeithaus war eine Liste geworden: was eine Freizeit braucht und was nicht. Offen war, wer das baut.
Im Frühjahr 2025 wurde die Suche konkret. Im März und April sassen wir zu dritt zusammen: zwei Entwickler und ich.
Ein Plan mit Datum
Mein Plan war bescheiden. Eine kleine Version, fertig bis Juni 2025, rechtzeitig zur Gemeindefreizeit in diesem Jahr. Nur das Wichtigste, ausbauen könne man später immer noch.
Ich kenne diesen Satz gut, ich sage ihn sonst selbst: mit dem Hilfreichsten anfangen, fertig werden, daraus lernen.
Fünf Fragen auf einem Blatt
Die beiden wollten zuerst wissen, woraus eine Freizeit eigentlich besteht. Also schrieben wir es auf. Am Ende standen fünf Fragen auf einem Blatt:
Wer kommt? Von wann bis wann? Was isst er? Wo schläft er? Was kostet es?

In den ersten Skizzen stand schon vieles von dem, was mich zwölf Freizeiten lang beschäftigt hatte. Zu welcher Mahlzeit jemand anreist und zu welcher er wieder fährt. Dass eine Familie sich gemeinsam anmeldet und nicht jeder für sich. Zwei Zeilen untereinander: Einzelzimmer gewünscht, Einzelzimmer bekommen. Wer je Zimmer verteilt hat, weiss, wie viel zwischen diesen beiden Zeilen liegt.
Und ganz unten, fast vergessen: die Hunde. Die wollen schliesslich auch mit.
Die kleine Version
Dann legten wir meinen Plan daneben. Was davon passt in eine kleine Version bis Juni?
Je länger wir strichen, desto deutlicher wurde, was übrig blieb: eine bessere Tabelle. Eine Excel-Datei mit ein paar Formeln mehr, ordentlicher als die alte, aber im Grunde dieselbe.
Das Problem war damit nicht kleiner geworden. In den Gesprächen war es immer wieder gekommen: Kein einzelner Schritt einer Freizeit ist schwer. Schwer ist, dass jeder am anderen hängt. Eine Abmeldung ändert das Zimmer, das Zimmer die Kosten, die Kosten die Liste für das Haus. Eine kleine Version hätte jeden dieser Schritte etwas angenehmer gemacht. Zusammengehalten hätte sie sie nicht.
Ein Werkzeug für Freizeiten hat aber nur dann einen Sinn, wenn es die Excel-Liste wirklich überflüssig macht. Sonst ist der Gewinn gering und der Widerstand umzusteigen gross.
„Niemand aber setzt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid, denn der Flicken reißt von dem Kleid, und der Riss wird schlimmer.“
Was das mit mir gemacht hat
Der Juni war damit vom Tisch.
Sonst bin ich derjenige, der streicht, damit etwas fertig wird. Hier stand ich vor einem Vorhaben, bei dem jedes Streichen die Sache selbst getroffen hätte. Das war eine unbequeme Einsicht.
Vor allem aber war es ein Aha-Moment. Zum ersten Mal sah ich, wie gross das war, was ich mir vorgenommen hatte. Nicht ungefähr, sondern schwarz auf weiss. Wer den Umfang kennt, kann entscheiden, ob er ihn tragen will.
Hier stand ich vor einem Vorhaben, bei dem jedes Streichen die Sache selbst getroffen hätte.
Zurück ans Reissbrett
Aus dem Bauen wurde vorerst nichts. Ich musste erst einmal zurück an den Entwurf.
Was gehört hinein, und wie weit? Wo reicht eine einfache Lösung, und wo wäre die einfache Lösung wieder nur eine Liste? Jede Antwort brachte neue Fragen aufs Blatt. Lange fühlte sich das an wie Stillstand. Es war die Zeit, in der aus einer Idee ein Vorhaben wurde.
Der Umfang stand nun. Die Frage vom Anfang war damit nicht beantwortet, sie war nur grösser geworden: Wer baut etwas in dieser Grösse?


